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Gleicher Standort, gleiches Jahr, zwei Ernten

Der Unterschied ist nicht nur offensichtlich, man kann ihn auch schmecken und selbst die Konsistenz ist unterschiedlich. Der Frühlingshonig ist etwas flüssiger, schmeckt blumiger, während der Sommerhonig etwas zäher und würziger ist. Dies liegt natürlich daran, dass zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlicher Nektar zur Verfügung steht. Im Frühjahr sind es die Blüten, während im Sommer der Wald hinzu kommt. Diese Vielfalt hat die Natur innerhalb eines Jahres am gleichen Standort zustande gebracht.
Als Konsument erwarten wir, vielleicht zu Recht, eine gleichbleibende Qualität eines Produktes. Schliesslich soll ja das drin sein, was drauf steht und wir wollen nicht die sprichwörtliche "Katze im Sack" kaufen. Im Falle eines Naturproduktes kann es jedoch sehr spannend und lohnend sein, sich durch Unterschiede überraschen zu lassen und gar ein Risiko einzugehen, dass ein Obst, Gemüse oder eben Honig anders ausfällt, als erwartet.

Ab sofort ist unser Adliswiler Bienenhonig auch bei
La Cucina Tee & Gewürze in der Europaallee in Zürich erhältlich.

La Cucina an der Europaallee/Lagerstr. 18a in Zürich

Ausser unserem Honig hat Lukas und sein Team eine grosse Auswahl fantastischer Gewürze und Tees zu bieten. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Honigwabe UH01
Perfekt ausgebaute Honigwaben im Stock UH01

Ganz im Gegensatz zu 2019 haben die Bienen dieses Jahr am Uetlihof sehr früh schon viel Nektar gesammelt. Die Honigräume waren gut gefüllt als wir gestern (Sa. 16.Mai) schon den 1. Honig ernten konnten. 2020 werden wir wie üblich mit 2 Ernten rechnen können, da die Bienen nun noch Zeit bis Juli haben, die Honigräume noch einmal zu füllen. 2019 war mit mit dem verregneten Mai eine Ausnahme, da die Bienen den im April gesammelten Honig im Mai selbst verbraucht haben.


Das "Türmchen" das der Honig im Sieb bildet deutet schon auf seine Reife hin.

Der Honig hat mit 16% einen geringen Wassergehalt. Damit übertrifft er zum einen die Qualitätsvorgaben für einen Siegelhonig (18%) und verspricht zum anderen eine lange Haltbarkeit. Der Nektar wie er von den Bienen gesammelt wird, hat einen weit höher Wassergehalt und würde sehr schnell gären und damit ungenießbar werden. Die Bienen trocknen den Nektar im Stock bevor er mit einem Wachsdeckel verschlossen wird und als Honig geerntet werden kann. Er ist für einen Frühlingshonig typisch hell und schmeckt herrlich blumig, da er mit Sicherheit keinen Waldhonig enthält. Dieser wird eher bei der 2. Ernte im Juli enthalten sein.

Diese Grafik zeigt den durchschnittlichen Milbentotenfall pro Volk (1 - 10)

Je roter desto höher ist die Belastung (rote Zahl bedeuted, dass diese Völker behandelt wurde

Die zu hohe Varroabelastung Anfang Oktober habe ich durch Verdampfen von Oxalsäure am 17.10. bekämpft. Obwohl die Völker nicht brutfrei waren ging der Milbentotenfall zurück. Am 08.12. wurden die immer noch hoch belasteten Völker nochmals mit Oxalsäure bedampft.

Was heisst das und warum ist es wichtig? Es bedeutet, dass alles Wachs, das in der Imkerei durch Einschmelzen alter Waben, Drohnenwaben- und Wildbau oder Abdeckelung anfällt, den Bienen wieder als Mittelwände zurückgegeben wird. Das Ziel dieser Übung ist es den Bienen möglichst unbelastetes Wachs zur Verfügung zu stellen. Schliesslich sitzen die Bienen tagein tagaus auf diesen Wachswaben und sollten nicht durch Varroazide, Pestizide, Wachmottenbekämpfungsmittel oder was auch immer im Wachs enthalten sein kann, zusätzlich belastet werden.  Auch die Verwendung von mit Paraffin verfälschtem Wachs kann ausgeschlossen werden.

In einer Imkerei mit durchschnittlich 20 Völker, fallen gut 10kg Wachs pro Jahr an. Dies ist für einen herkömmlichen Wachverarbeiter zu wenig, da meist mehrere Kilo als unverarbeitbarer Rest übrigbleibt. Dies liegt daran, dass das Wachs in 2 Schritten zu Mittelwänden verarbeiten. I.d.R. wird erst das gereinigte Wachs zu einem Wachsband umgearbeitet und im 2. Schritt mit dem 6-eckigen Wabenmuster geprägt und auf das entsprechende Format zugeschnitten. Richliwachs z.B. verarbeitet ab 20kg eigenes Wachs zu Mittelwänden.

Wachsverarbeitung bei Ronny

Mit der Maschine oben wird das flüssige Bienenwachs aus einem elektrisch beheizten und wärmeisolierten 3-wandigen Kessel über einen ebenfalls elektrisch beheizten Einlaufkessel mit Niveauregulierung zugeführt. 
Zwischen den mit Wasser gekühlten Walzen erstarrt das Wachs zu einer breiten Wachsbahn, welche auf der integrierten Schneidemaschine in der Breite und Länge zugeschnitten wird. Die anfallenden Abschnitte können während der Verarbeitung wieder eingeschmolzen und verarbeitet werden. In meinem Fall habe ich 12,2 kg Wachs an geliefert und es sind gerade mal 184 g nicht verarbeitbarer Rest übrig geblieben.

Link zu Ronny's Website

10 neue Kombikästen von bienenbeuten.ch eingebaut

Obwohl die alten Bienenbeuten aus den 1930er Jahren noch intakt waren, habe ich mich entschlossen die Kästen der oberen Reihe auszutauschen. Warum?
1. Die alten Kästen hatten natürlich keine Varroaschublade. Auch für eine "Bienenwindel" mit Gitter war kein Platz. Damit war eine gezielte Varroabehandlung oder sonstige Volksbeurteilungen mittels Gmülldiagnose nicht möglich.
2. Durch die abnehmbaren Honigräume und Bienenfluchten wird die Honigernte erheblich vereinfacht.
3. Ich kann die Honigzargen mit den leeren Waben an einem anderen Ort lagern, benötige dafür keine Wabenschrank und habe mehr Platz im Bienenhaus.
4. Mit dem Einsatz eines Koniginnenabsperrgitters kann ich das Bebrüten der Honigwaben verhindern werden.
Der CH-Kombikasten auf bienenbeuten.ch

Da die Kästen die meiste Zeit nur noch Brutraumhöhe haben, musste die Öffnung des Hauses verkleinert werden.

Wie man sieht, benutzte ich die rechte Hälfte der unteren Reihe nicht zum Bienen halten, sondern nur noch um Material zu lagern. Die linke Hälfte beherbergt Jungvölker

Bei heissen 30+° C wurde heute nach 3 Jahren Pause am Uetlihof wieder Honig gerntet.

Der Imker beim Ernten
Perfekt verdeckelte Honigwabe
Endlich läuft wieder Honig aus der Schleuder

Mit weniger als 15% Wassergehalt unterschreitet der Honig die Vorgabe für Siegelhonig von 18% bei weitem und schmeckt fantastisch. Trotz des verregneten Mai und 4 Schwärmen bin ich auch mit der Ausbeute sehr zufrieden. Bei allen 8 Völker war ein Honigraum sehr gut gefüllt.

Die Bienen kamen bei der Kälte der letzten Wochen kaum vor die Tür. Gleichzeitig ist jede Menge Nachwuchs geschlüpft und es wurde eng im Stock. Dies sind die Bedingungen, dass die Bienen in Schwarmstimmung kommen. Sobald es etwas wärmer wird, wie gerade geschehen, zieht die alte Königin mit einem Teil der Bienen aus und bildet einen Schwarm.

So geschehen bereits am Wochenende (s. u.) und heute sind gleich 2 Schwärm abgegangen. Den vom Wochenende konnte ich dank der Aufmerksamkeit der Uetlihof Bewachung wieder einfangen. Die beiden von heute, werde ich nicht einfangen können, da sie viel zu hoch hängen.

Schwarm beim Uetlihof
Obwohl nur ein Teil in der Kiste landete,
sind bis Sonnenuntergang alle noch reingekrabbelt
und konten 2 Tage später einlogiert werden.
Nach und nach marschieren alle in die Beute.