Springe zum Inhalt

Diesen Winter hatte ich ungewöhnlich hohe Winterverluste. Am Uetlihof hat nur eines von 8 überlebt, in Adliswil sind von 9 noch 3 übrig und von 8 Jungvölker haben nur 2 überlebt. Hier ein Erklärungsversuch

Erfrorenes Bienenvolk mit grün

gekennzeichneter Königin (geb. 2019)

Mögliche Ursache
2020 war ein ungewöhnlich warmes Jahr, der (Voll-)Frühling begann fast 4 Wochen früher als im Durchschnitt und es blieb warm bis in den Herbst hinein. Eigentlich beste Voraussetzungen für die Bienen, da sie es gerne warm haben und sie reagierten auch mit riesigen Brutnester und dementsprechend gossen Völker. Aber auch der Varroamilbe hat das gefallen. Sie konnte sich exponentiell in der Brut vermehren, da sie Platz und Zeit hatte. Es gab auffällig wenig Milbentotenfall, so dass die hohe Belastung gar nicht auffiel. Erst nach der 1. Ameisensäurebehandlung wurde das Ausmass sichtbar. Es gab einen massiven Totenfall, aber die Schadensgrenze war bereits überschritten. Bis zum Herbst war der Varroabefall nicht mehr unter Kontrolle zu bekommen und die Völker sind stark geschädigt in Winter gegangen oder haben diesen erst gar nicht mehr erlebt.

Massnahmen 2021

  1. Erste Massnahme bereits im Frühjahr z.B. durch den Einsatz von Hyperthermie. Hierbei wird in einem speziellen Gerät, einem sog. Varroacontroller, die Bienenbrut auf über 41° C erhitzt. Dies überlebt die Varroamilbe nicht, die Bienenbrut jedoch schon, da sie bis zu 45° C aushält.
  2. Bei einer Entwicklungszeit von 28 Tagen für Drohnen, kann sich die Varroamilbe in der Drohnenbrut besonders gut vermehren. Daher befindet sich der Grossteil der Milben in der Drohnenbrut. Diese zu vernichten, ermöglicht die Reduktion bereits im Frühjar.
  3. Im Sommer nach der 2. Honigernte die Königin in eine Bannwabe zuhalten (s.u.), ermöglicht die Milben auf eine Brutwabe zu beschränken.
    Die Brutwabe wird entnommen und das brutfreie Volk mit Oxalsäure behandelt. Siehe auch: Bannwabenverfahren
  4. Frühere 2. Honigernte, noch vor Ende Juli.